Foto-Lexikon: Kamera-Begriffe einfach erklärt
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Du hast eine richtige Kamera in der Hand und willst raus aus dem Automatikmodus — aber überall diese Fachbegriffe! Blende, ISO, Brennweite, Histogramm, Bokeh — klingt komplizierter als es ist. Hier findest du die wichtigsten Begriffe einfach und verständlich erklärt — damit du dich aufs Fotografieren konzentrieren kannst, nicht aufs Googeln.
A
- APS-C
- Sensorgröße, kleiner als Vollformat (ca. 23,5 × 15,6 mm). Die meisten Einsteigerkameras (Sony A6400, Fuji X-T30, Canon EOS R10) nutzen APS-C. Toll und absolut ausreichend für den Einstieg und weit darüber hinaus! Der kleinere Sensor sorgt für einen Crop-Faktor von ca. 1,5x, was bedeutet, dass Objektive etwas enger abbilden als an Vollformat.
- Autofokus (AF)
- Das System, mit dem deine Kamera automatisch scharf stellt. Moderne Kameras nutzen Phasen-AF (schnell, präzise) oder Kontrast-AF (langsamer, aber genau). Achte auf Augen-AF — damit erkennt die Kamera Gesichter und stellt automatisch auf die Augen scharf. Für Porträts ein Gamechanger.
- Av / A-Modus (Blendenvorwahl)
- Du wählst die Blende, die Kamera wählt die passende Belichtungszeit automatisch. DER Modus für den Einstieg in die manuelle Fotografie. Ideal, wenn du die Schärfentiefe kontrollieren willst, ohne dich um die Verschlusszeit kümmern zu müssen.
B
- Belichtungsdreieck
- Die drei Stellschrauben der Fotografie: Blende + Verschlusszeit + ISO. Zusammen bestimmen sie, wie hell dein Foto wird. Verstehst du das Dreieck, verstehst du Fotografie. Änderst du einen Wert, musst du einen der anderen zwei anpassen, um die gleiche Helligkeit zu behalten.
- Belichtungskorrektur (EV)
- Wenn deine Kamera im Automatikmodus zu hell oder zu dunkel belichtet, korrigierst du mit +/- EV. Plus macht heller, Minus macht dunkler. Besonders nützlich bei Schnee (Kamera belichtet zu dunkel) oder dunklen Motiven vor hellem Hintergrund. Meist über ein Drehrad an der Kamera steuerbar.
- Blende (f-Wert)
- Wie weit die Linse öffnet. f/1.8 = weit offen (viel Licht, unscharfer Hintergrund). f/11 = geschlossen (wenig Licht, alles scharf). Verwirrend: kleine Zahl = große Öffnung! Die Blende beeinflusst Helligkeit und Schärfentiefe gleichzeitig — deshalb ist sie die wichtigste kreative Einstellung.
- Bokeh
- Die ästhetische Qualität der Unschärfe im Hintergrund. Weiches, cremiges Bokeh entsteht durch: große Blende (f/1.4–2.8), Abstand zum Hintergrund und längere Brennweiten. Jedes Objektiv hat seinen eigenen Bokeh-Charakter — manche erzeugen runde, weiche Lichtkreise, andere eher unruhige Muster.
- Brennweite
- In mm angegeben und bestimmt den Bildwinkel: 24mm = Weitwinkel (Landschaft, Architektur). 50mm = Normalbrennweite (wie dein Auge sieht, ideal für Alltag). 85mm = Porträt-Brennweite (schmeichelhaft für Gesichter). 200mm = Tele (weit entfernte Motive wie Tiere oder Sport).
C
- Crop-Faktor
- APS-C hat ca. 1,5x Crop (Canon: 1,6x). Ein 50mm Objektiv wirkt an APS-C wie 75mm an Vollformat. Nicht schlimm — einfach bei der Objektivwahl einrechnen. Vorteil: Tele-Objektive bekommen mehr Reichweite. Nachteil: Weitwinkel wird enger.
D
- Dynamikumfang
- Der Helligkeitsbereich, den dein Sensor in einem Bild einfangen kann — von den dunkelsten Schatten bis zu den hellsten Lichtern. Moderne Kameras schaffen 12–14 Blendenstufen. Je mehr Dynamikumfang, desto mehr Details behältst du in Extremsituationen (Sonnenuntergang, Gegenlicht). RAW-Dateien nutzen den vollen Dynamikumfang aus.
Warum Dynamikumfang in der Praxis wichtig ist
Stell dir einen Sonnenuntergang vor: Der Himmel ist strahlend hell, der Vordergrund liegt im Schatten. Ein Sensor mit hohem Dynamikumfang fängt beides ein. In der RAW-Entwicklung kannst du dann Schatten aufhellen und Lichter abdunkeln, ohne dass das Bild leidet. Bei JPEGs geht das kaum — die Informationen sind schlicht nicht gespeichert.
H
- Histogramm
- Grafik auf dem Display: zeigt die Helligkeitsverteilung deines Fotos. Links = dunkel, rechts = hell. Keine Berge am Rand = gute Belichtung. Berge am linken Rand = unterbelichtet (zu dunkel). Berge am rechten Rand = überbelichtet (zu hell, Details unwiederbringlich verloren). → Belichtungsrechner
I
- ISO
- Lichtempfindlichkeit des Sensors. ISO 100 = wenig Rauschen, braucht viel Licht. ISO 6400 = viel Rauschen, geht auch im Dunkeln. Faustregel: So niedrig wie möglich halten. Moderne Kameras liefern bis ISO 3200 noch sehr brauchbare Ergebnisse — hab also keine Angst, die ISO hochzudrehen, wenn das Licht knapp wird.
L
- Lightroom
- Adobes Foto-Bearbeitungssoftware und Standard für RAW-Entwicklung. Katalog-basiert, mit nicht-destruktiver Bearbeitung (das Original bleibt immer erhalten). Alternativen: Capture One (professionell, teurer), Darktable (kostenlos, Open Source) oder ON1 Photo RAW.
M
- Manueller Modus (M)
- Du steuerst alles selbst: Blende, Verschlusszeit, ISO. Volle kreative Kontrolle. Übe erst Av (Blendenvorwahl) und Tv/S (Zeitvorwahl), bevor du hier einsteigst. Der M-Modus ist besonders nützlich bei konstantem Licht (Studio) oder wenn die Automatik Probleme hat (Gegenlicht, Bühnenbeleuchtung).
R
- RAW
- Das digitale Negativ. Speichert ALLE Bilddaten des Sensors ohne Kompression. Mehr Spielraum bei der Nachbearbeitung als JPEG — du kannst Belichtung, Weißabgleich und Farben nachträglich anpassen, ohne Qualität zu verlieren. Nachteil: Dateien sind 3–5x größer als JPEG (ca. 25–50 MB pro Bild). Trotzdem: Immer in RAW fotografieren!
S
- Schärfentiefe / Tiefenschärfe
- Wie viel vom Bild scharf ist. Drei Faktoren beeinflussen die Schärfentiefe: Blende (große Blende f/1.8 = wenig scharf, ideal für Porträts), Abstand zum Motiv (näher = weniger Schärfentiefe) und Brennweite (längere Brennweite = weniger Schärfentiefe). Für Landschaften nutzt du f/8–f/11, für Porträts f/1.4–2.8.
V
- Verschlusszeit
- Wie lange der Sensor belichtet wird. 1/1000s = Bewegung einfrieren (Sport, Tiere). 1/250s = Standardsituation. 1/60s = langsam, Verwacklungsgefahr. 1/30s und länger = Stativ nehmen! Faustregel für freihändiges Fotografieren: Verschlusszeit mindestens 1/Brennweite (z.B. 1/100s bei 100mm).
- Vollformat
- Sensorgröße 36×24mm — entspricht dem analogen Kleinbildfilm. Vorteile: Mehr Licht, mehr Dynamikumfang, besseres Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten, geringere Schärfentiefe für schöneres Bokeh. Nachteil: Teurer (Body + Objektive). Für die meisten erst der zweite oder dritte Schritt nach dem Einstieg.
W
- Weißabgleich
- Stellt sicher, dass Weiß auch weiß aussieht — egal ob Tageslicht (ca. 5500 Kelvin), Glühbirne (ca. 2700 K) oder Schatten (ca. 7000 K). Verschiedene Lichtquellen haben unterschiedliche Farbtemperaturen. In RAW ist der Weißabgleich jederzeit ohne Qualitätsverlust korrigierbar — ein weiterer Grund, immer in RAW zu fotografieren.
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