Portrait-Fotografie: So gelingen die ersten Porträts

Portrait-Fotografie: So gelingen die ersten Porträts

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Artikel/Portrait-Fotografie: So gelingen die ersten Porträts

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Die wichtigsten Aspekte im Überblick

  • Lichtverhältnisse erkennen und gezielt nutzen – natürliches Licht, künstliches Licht, Mischlicht und ihre jeweiligen Besonderheiten
  • Die richtige Kameraeinstellung für jede Aufnahmesituation wählen und die Zusammenhänge zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert verstehen
  • Bildkomposition bewusst gestalten – von der bewährten Drittel-Regel über führende Linien bis hin zu kreativen Regelverstößen
  • Bildbearbeitung als integralen Teil des kreativen Prozesses begreifen und nicht als nachträgliche Korrektur von Fehlern

Konkrete Einstellungen und Werte

Kamera-Setting für Porträts: Blendenpriorität, Blende f/2.0–f/2.8, Einzelfeld-AF auf das nähere Auge, ISO so niedrig wie möglich. Bei Kameras mit Augenerkennung: unbedingt aktivieren und der Technik vertrauen – moderne Systeme treffen in 95 % aller Fälle auf Anhieb das richtige Auge.

Dein erstes Porträt-Shooting: Ablauf und Einstellungen

Plane dein erstes Shooting für die goldene Stunde – 45 Minuten vor Sonnenuntergang. Such dir einen Ort mit einem ruhigen Hintergrund: Eine Hauswand mit Efeu, eine Parkbank unter Bäumen oder ein einfacher Zaun funktionieren besser als bunte Spielplätze. Stelle deine Kamera auf Blendenpriorität (A/Av), Blende f/2.8, ISO Auto (begrenzt auf 1600), Augen-AF aktiviert. Beginne mit Halbkörper-Aufnahmen im Hochformat: Model steht leicht gedreht (Schulter zur Kamera), Gewicht auf dem hinteren Bein – das schmeichelt der Silhouette. Fotografiere in Serien von 3–5 Bildern pro Pose, damit du Blinzler und unvorteilhafte Ausdrücke aussortieren kannst.

Was bei den ersten Porträt-Versuchen schiefgeht

Die Person steht steif wie ein Stock und lächelt verkrampft – das liegt an dir, nicht am Model. Rede während des Shootings: Erzähle eine Geschichte, stell Fragen, mach Witze. Ein echtes Lachen ist hundertmal besser als ein gestelltes Grinsen. Technisch: Zu weiter Abstand zur Person bei kurzer Brennweite (18 mm Kit-Zoom) erzeugt perspektivische Verzerrungen und lässt das Gesicht breit wirken. Geh näher ran oder zoome auf mindestens 50 mm. Bei f/5.6 (Kit-Zoom-Maximum bei 55 mm) reicht die Freistellung oft nicht – achte dann darauf, dass der Hintergrund mindestens 5 Meter entfernt ist, damit er trotzdem leicht verschwimmt.

Porträt-Nachbearbeitung für einen professionellen Look

In Lightroom reichen fünf Schritte für ein überzeugendes Porträt: Weißabgleich auf 5400–5800 K (warm, aber nicht orange), Belichtung anpassen, Lichter –30, Tiefen +20 für ausgeglichene Hauttöne. Dann der Geheimtipp: Klarheit auf –10 bis –15 reduzieren – das glättet Hauttexturen dezent, ohne den Plastik-Look von zu viel Weichzeichnung. Sättigung der Orangetöne um –10 reduzieren und Luminanz der Orangetöne um +15 aufhellen – das ist die subtilste Form der Hautretusche. Zum Schluss eine dezente Vignette (–15 bis –25) – sie lenkt den Blick automatisch auf das Gesicht in der Bildmitte.

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